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Barfen – Alles was Du wissen musst 5/5 (1)

 

hund barfen

 

Barfen ist schon seit langem ein viel umstrittenes Thema. Es gibt viele Befürworter, aber auch viele Kritiker. In diesem Artikel widmen wir uns dem Thema Barfen. Wir zeigen Dir, was hinter dem Wort Barf eigentlich steht und worauf Du achten musst, wenn Du Dein Haustier von nun an barfen möchtest.

 

 

Was versteht man unter Barf? 

Barf bedeutet kurz gesagt die Fütterung mit rohen Nahrungsmitteln. Vorrangig steht hier die Fütterung von rohem Fleisch, aber auch Obst, Gemüse und Eier werden verfüttert.

Barf wurde von der Kanadierin Debbie Tripp erstmals erfunden. Die damalige Ausführung des Namens hieß “Born again raw feeters”.  Mit der Zeit gab es weitere Anhänger der “Barf-Bewegung”, welche das Barf weiterentwickelt bzw. neu aufgenommen haben. So änderte sich die Ausschreibweise, die hinter der Abkürzung Barf steht. Deshalb findest Du auch Akronyme wie zum Beispiel “Bones and raw food” oder “Biologically appropiate raw food”. Auf Deutsch heißt das “biologisch artgerechte Rohfütterung” und das ist auch das Mantra der Halter, die für das Barfen plädieren.

Barfen soll so nah wie möglich an der ursprünglichen Ernährungsform dran sein wie es nur geht. Als Beispiel nehmen die Barfer hier häufig den Wolf. Bekanntermaßen ernährt sich der Wolf nicht von Fertigfutter, sondern von rohem Essen. Hierzu gehört nicht nur rohes Fleisch, sondern auch Gras oder Beeren.

 

Warum barfen?

Der Grund für das Barf liegt für viele darin, dass industriellhergestelltes Hundefutter häufig viele Bestandteile enthält, die nicht förderlich und oft sogar schädlich für Haustiere sein können. Ein Beispiel sind tierische Nebenerzeugnisse oder auch Zucker. Diese Bestandteile haben nichts in Futter für Haustiere zu suchen.

Barfen soll also dabei helfen, dem Hund eine Ernährung zu ermöglichen, die die Gesundheit des Hundes unterstützt.

Es ist nicht selten, dass Hunde an Verdauungsbeschwerden leiden. Dazu können nicht nur Magenknurren, sondern auch ein weicher Stuhl oder Durchfall gehören. Auch ein glanzloses, schuppiges Fell wird häufig mit falschen oder minderwertigem Hundefutter in Verbindung gebracht. Das ist auch nicht verwunderlich. Wie bei uns Menschen befinden sich auch in Fertigfutter für Haustiere nicht immer gute und gesunde Dinge. Wir dürfen nicht vergessen, die Firmen wollen Gewinn machen und das geht am besten, wenn die Herstellungskosten so gering wie möglich sind. 

 

So findet man häufig tierische Nebenerzeugnisse in Hundefutter. Vom Namen her hört es sich erst einmal nicht schlimm an. Wir kennen tierische Eiweiße, warum sollen tierische Nebenerzeugnisse also schlimm sein?

Doch der Name täuscht. Im Endeffekt wird mit dem Namen “tierische Nebenerzeugnisse” nur gesagt, dass es sich um minderwertiges Fleisch handelt, welches für den Menschen ungenießbar oder gar krankheitsfördernd ist. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, dann klicke hier und lies Dir hier unseren Artikel zum Thema tierische Nebenerzeugnisse durch.

Auch werden Vitamine und Mineralien in Fertigfutter, egal ob Nass-oder Trockenfutter, selten auf das Tier abgestimmt. So kann es zum Beispiel dazu kommen, dass Welpen aufgrund der zu vielen Vitamine und Mineralien zu schnell wachsen und im Erwachsenenalter Probleme mit dem Knochenapparat bekommen.

Es ist also nicht verwunderlich, dass immer mehr Halter darüber nachdenken, ihren Vierbeiner zu barfen. Beim Barfen wird das Essen für den Hund selber zubereitet, Du weißt also immer, was Du Deinem Hund verfütterst.

 

Nur rohes Fleisch heißt nicht gleich gesund 

Wenn Du Dein Haustier richtig und gesund mit Barf füttern möchtest ist es wichtig, dass Du Dich mit dem Thema auseinandersetzt und dich darüber informierst. Es wäre zum Beispiel ungesund, Deinem Haustier immer nur das selbe Fleisch zu verfüttern. Nicht nur Muskelfleisch ist für Dein Haustier wichtig, sondern auch Bänder, Sehnen, Knochen und vor allem Innereien, denn hier sind viele der Nährstoffe und Vitamine versteckt.

Wenn Du Knochen verfütterst denke daran, dass Du sie immer roh verfüttern musst. Sobald Knochen erhitzt wurden, sei es im Topf oder in der Mikrowelle etc., werden die Knochen splitterig und Dein Haustier kann sich ernsthaft verletzen!

Oft erweckt das Wort Barf den Eindruck, dass man z.B. seinem Hund nur rohes Fleisch verfüttert und das alleine reicht. Ganz nach dem Motto “Alles was roh ist ist auch gesund”. Doch das stimmt nicht ganz. Wir dürfen nicht vergessen, dass Hunde keine reinen Fleischfresser sein. Es ist für sie also sehr wichtig, auch pflanzliche Nahrungsmittel wie zum Beispiel Gemüse und Salate zu sich zu nehmen.

Gerade beim Barfen muss auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Manche Barfer geben zusätzlich noch gute Öle wie zum Beispiel Fisch-oder Leinöl mit in das Futter, sodass auch hier der Bedarf an Omega-3 und Omega-6-Säuren gedeckt wird.

 

Risiken einer Unterversorgung

Es gibt nicht nur Befürworter, sondern auch Kritiker der Barf-Ernährung. Kritiker meinen, dass es bei der reinen Fütterung von rohem Fleisch und Gemüse zu unterschiedlichen Komplikationen kommen kann. So kann es zum einen zu einer Unterversorgung an z.B. Vitaminen kommen oder aber zu einer Überfütterung an Proteinen.

Gerade der Mangel an Vitaminen und Nährstoffen ist ein potenzielles Risiko beim Barfen. Deshalb ist es wichtig, sich gut mit dem Thema zu beschäftigen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Aus diesem Grund ist es nicht damit getan, nur rohes Fleisch zu füttern und das jeden Tag. Vor allen Dingen solltest Du daran denken, Deinem Haustier nicht nur Muskelfleisch zu verfüttern. Ein Tier braucht eine ausgewogene Ernährung und das auch bei der Auswahl des Fleisches. Verfüttere also auch Knochen, Sehnen und Innereien. Auch bei der Art des Fleisches solltest Du immer wieder variieren. Verfüttere also nicht jeden Tag nur Rind oder nur Huhn, sondern versuche es auch einmal mit Wild.

 

Beim Barfen kommt es natürlich auch immer auf den Geschmack Deines Haustieres an. Hier gilt es einfach auszuprobieren. Es kann sogar sein, dass Dein Hund zum Beispiel im Fertigfutter kein Huhn mochte, aber bei der Barf-Fütterung schon. 

 

Damit Dein Haustier auch genügend Vitamine und Mineralstoffe bekommt, kann man unterschiedliche Nahrungsergänzungsmittel kaufen, die Du dann über das Futter von Deinem Haustier streuen kannst. Diese Nahrungsergänzungsmittel sind speziell für Tiere angefertigt worden, welche gebarft werden. Auf diese Weise weißt Du, dass Dein Haustier genügend Mineralstoffe bekommt. Eine Auswahl an Vitaminen für gebarfte Haustiere findest Du hier.

Wenn Du mit dem Barfen angefangen hast, solltest Du dein Tier immer beobachten. Wenn Du über mehrere Wochen negative Veränderungen wahrnimmst, wie zum Beispiel, dass Dein Hund Durchfall bekommt und diesen nicht los wird oder aber das Fell sehr trocken und spröde wird, dann solltest Du Deinen Vierbeiner unbedingt von einem Tierarzt untersuchen lassen. Vielleicht könnt ihr auch ein Blutbild von den Mikronährstoffen im Körper machen lassen, sodass Du weißt, welches Vitamin oder Mineral Du Deinem Vierbeiner mehr geben musst.

Viele Barfer lassen in regelmäßigen Abständen ein großes Blutbild von Ihrem Vierbeiner machen. So sind sie sich immer bewusst, ob ihr Haustier gut versorgt ist oder nicht.

 

Veränderungen in der Verdauung

Wenn Du frisch auf eine Barf-Ernährung umstellst, kann es sein, dass Dein Haustier erst einmal Durchfall bekommt. Dies ist ganz normal und sollte sich innerhalb von 1 Woche in so weit gelegt haben, dass es kein Durchfall mehr ist, sondern höchstens weicher Kot.

Es handelt sich hierbei um eine ganz normale Reaktion des Verdauungssystem. Der Magen-Darm-Trakt muss sich erst daran gewöhnen, dass jetzt ganz andere Nahrungsmittel in anderer Konsistenz verfüttert werden.

Sollte der Durchfall sehr wässrig sein und sich nach 1 Woche nicht gelegt haben, gilt auch hier wieder der Gang zum Tierarzt, um eine mögliche Erkrankung auszuschließen.

Du kannst die Umstellung auf das Barfen für Deinen Vierbeiner auch angenehmer gestalten, sodass Dein Haustier keine Verdauungsbeschwerden bekommt. Hierfür suchst Du Dir einen Tag in der Woche aus, an dem Du Deinen z.B. Hund nur barfst.

Das machst Du zwei Wochen lang. In der 3. Woche nimmst Du noch einen zweiten Tag dazu, an dem Dein Hund nur Barf bekommt. So kannst Du Deinen Hund oder Deine Katze langsam daran gewöhnen und das Verdauungssystem hat genügend Zeit, sich an die Ernährungsumstellung anzupassen.

 

Wie länge hält sich Fleisch?

Am besten ist es, wenn Du Dir für mehrere Tage oder Wochen Fleisch kaufst und dieses dann einfrierst. Auf diese Weise bist Du für einen längeren Zeitraum versorgst und kannst Dir mehrmalige Wege zum Metzger/Schlachter sparen.

Damit Du das Fleisch am nächsten Tag auch verfüttern kannst, solltest Du es über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen.

Achte darauf, dass das Fleisch wirklich nicht mehr eingefroren ist, wenn Du es an Deinen Vierbeiner verfütterst. Ansonsten können Hunde und auch Katzen Magenschmerzen und Verdauungsprobleme davon bekommen.

 

Wo kauft man das Fleisch?

Das Thema Barf ist kein unbekanntes Thema mehr, weshalb es mittlerweile schon viele Möglichkeiten für Dich als Halter gibt, um an Barffleisch zu kommen.

Hier gibt es für Dich mehrere Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist natürlich der Weg zum Metzger Deines Vertrauens. Eine weitere Möglichkeit ist der Weg zum Schlachter, hier hast Du häufig die Möglichkeit auch große Mengen an Fleisch kaufen zu können, bei denen auch noch Bänder und Sehnen mit enthalten sind.

Mittlerweile gibt es auch immer mehr Metzgereien, die auf Barfffleisch spezialisiert sind. Hier kannst Du prima Barf-Fleisch für Deinen Vierbeiner kaufen, das noch alle Bestandteile enthält, welche für Dein Haustier wichtig sind. Da Metzgereien, die sich auf das Barfen spezialisiert haben wissen, dass eine ausgewogene Ernährung wichtig ist, kannst Du hier viele unterschiedliche Sorten an Fleisch kaufen, was in einer normalen Metzgerei manchmal nicht möglich ist.

Gleichzeitig sind solche Metzgereien eine gute Möglichkeit, um sich beraten zu lassen wie Du Dein Haustier am besten fütterst und welche Vitamine zum Beispiel von Bedeutung sind.

Falls es bei Dir in der Nähe keine Barf-Metzgerei gibt, gibt es mittlerweile auch Online-Händler, bei Denen Du Barf-Fleisch direkt beziehen kannst.

 

Wie viel Fleisch braucht mein Tier?

Die Menge an Fleisch die zum Beispiel ein Hund braucht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Es kommt unter anderem auf das Alter, die Größe und das Gewicht an. Als Faustregel gilt, dass ein Hund 2% seines Körpergewichtes an Nahrung pro Tag zu sich nehmen sollte. 

Bei einer gesunden Futtermenge sollten 80% des Futters aus Fleisch bestehen, die restlichen 20% aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Am besten ist es allerdings, wenn Du zu Deinem Tierarzt gehst und Dir die individuelle Futtermenge für Dein Haustier ausrechnen lässt. Der Preis hierfür liegt bei ungefähr 60€. Auf diese Weise kannst Du Dir ganz sicher sein, wie viel Nahrung Dein Hund oder Deine Katze braucht und kannst ihn so perfekt mit allen nötigen Nährstoffen versorgen.

 

Was für Fleisch kann verwendet werden?

Als Fleisch eignen sich viele unterschiedliche Fleischsorten. Hier kommt es auf den Geschmack Deines Hundes an. Manche Hunde mögen rohes Rind sehr gerne, andere eher weniger.

Verfüttere niemals Schweinefleisch roh! Dieses kann mit Viren belastet sein, welche tödlich für Hunde und Katzen sind!

Auch Wild ist für viele Tiere ein Gaumenschmaus und solltest Du in deine Barffütterung miteinbeziehen.

 

Vorteile des Barf 

Im Folgenden möchten wir Dir kurz die Vorteile des Barf aufzuzeigen, um Dir einen guten Überblick über das Thema zu geben damit Du besser einschätzen kannst, ob das Barfen etwas für Dich wäre oder nicht.

  • Du weißt, was Du Deinem Haustier fütterst
  • Dein Hund wird gefüttert, wie es seine Natur ist
  • Fell-und Hautprobleme können verschwinden
  • Zucker wird weggelassen – Zucker ist ungesund für Haustiere und sollte sich niemals in Haustierfutter befinden
  • Oft bekommen Haustiere mehr Energie und sind fitter

 

Nachteile des Barf

Doch es gibt natürlich auch Nachteile des Barf und diese wollen wir Dir im Folgenden vorstellen. So kannst Du selber entscheiden, was für Dich und Deinen Vierbeiner der beste Weg ist.

  • Es gibt nicht überall Barf-Metzgereien
  • Rohes Fleisch ist für manche Menschen eklig
  • Man braucht Platz im Tiefkühler
  • Risiken von Krankheitserregern

 

Auf den letzten Punkt möchten wir noch etwas genauer eingehen. Wenn man mit rohem Fleisch hantiert, wie es beim Barf der Fall ist, besteht immer die Gefahr mit potentiellen Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Es gibt viele Erreger, die einem Haustier nichts ausmachen, da deren Magen-Darm-Trakt darauf ausgelegt sind, wohl aber für Menschen ein Risiko haben.

Aus diesem Grund solltest Du Barf-Fleisch immer einfrieren und nur die Menge auftauen, die Du auch in den nächsten zwei Tagen verfütterst.

Solltest Du Schwanger sein, ein Baby oder Kleinkind zu Hause haben, solltest Du Dir vorher genau überlegen, ob das Barfen für Dich zum jetzigen Zeitpunkt angebracht ist. Gerade bei Schwangeren ist der ganze Hormonhaushalt umgekrempelt, weshalb man hier immer auf Nummer Sicher gehen sollte.

 

Extra Geschirr verwenden

Um das Risiko von Krankheiten aufgrund des rohen Fleisches zu verringern, solltest Du immer extra Geschirr verwenden. Mein Bruder barft seine Katzen und er nimmt zum Beispiel immer eine extra Gabel, sowie eine extra Schüssel für das Barfen. Dieses Geschirr wird nur für das Barfen benutzt und für nichts anderes.

Auch solltest Du die verwendeten Geschirre nach Benutzung gut ausspülen und anschließend in der Spülmaschine reinigen. Die Spülmaschine schafft sehr hohe Temperaturen, weshalb hier normalerweise alle Krankheitserreger abgetötet werden.

 

Demi-Barf

Es gibt immer Hardcore-Menschen, die alles exakt durchführen möchten. Aber wir möchten Dir auch zeigen, dass Du nicht gezwungen bist zu barfen, um Deinen Hund gesund zu ernähren. Falls es für Dich nicht möglich ist, Deinen Hund jeden Tag zu barfen, dann kannst Du es auch einmal, zweimal oder dreimal die Woche machen.

Für uns Halter sollte die Gesundheit unserer Haustiere an erster Stelle stehen. Dabei gibt es nicht nur einen richtigen Weg, sondern mehrere. Jetzt liegt es an Dir den Weg zu finden, der auch zu Dir und Deinem Leben passt.

Es spricht auch absolut nichts dagegen, Deinem Hund einfach selber Hundefutter zusammenzustellen oder zu kochen. Das hat meine Mutter früher zum Beispiel immer für unseren Hund gemacht. Anstatt richtig rein zu barfen, wurde Essen mit ein paar Kartoffeln, Möhren und gegartem Fleisch gekocht.

Wichtig ist, dass Du Dich nicht unter Druck setzt. Schaue einfach, dass Du einen Weg findest, Dein Haustier so gesund wie möglich zu ernähren. Wie auch bei uns Menschen entscheidet eine gesunde Ernährung darüber, ob wir lange gesund und fit bleiben. Vitamine und Mineralien sind hier das A und O.

 

 

Das Thema Barf ist für viele Halter noch ein unsicheres Thema. Mein Bruder barft seine Katzen. Falls ihr einen Artikel über das Barfen mit Katzen lesen wollt und fragen an meinen Bruder habt, dann schreibt eure Fragen unten in den Kommentaren. 

Wir werden diese sammeln und zeitnah einen Artikel zum Thema “Katzen barfen” veröffentlichen :o)

 

 

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