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Kaninchen richtig füttern – Darauf solltest Du achten

kaninchen richtig füttern

 

Wenn ein Kaninchen zum ersten Mal ins Haus kommt stellt sich zu allererst die Frage “Wie füttere ich ein Kaninchen richtig?”. Da jedes Tier anders ist, gibt es immer andere Dinge auf die man achten muss. So ist das auch bei Kaninchen. 

Obwohl Kaninchen sich in vielen Familien wiederfinden, so werden sie doch nicht überall optimal gefüttert. Gerade für Kaninchen ist aber eine optimale Fütterung sehr wichtig, da es sonst zu gesesundheitlichen Problemen kommen kann.

Worauf Du genau achten musst und warum, erzählen wir Dir jetzt.

 

Kaninchen müssen sehr oft fressen

Der Verdauungstrakt von Kaninchen arbeitet etwas anders als der unserer oder der vieler anderer Tiere. Häufig gehen wir davon aus, dass der Magen-Darm-Trakt bei unseren Haustieren genau so arbeitet wie bei uns oder zumindest sehr ähnlich. 

Das kann allerdings gerade bei Kaninchen zu gesundheitlichen bis gar tödlichen Problemen führen. Aus diesem Grund wollen wir Dir kurz erklären, wie der Verdauungstrakt eines Kaninchens arbeitet und wo die Unterschiede liegen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren und auch zu uns Menschen, besitzen Kaninchen nur eine sehr schwache Magenmuskulatur. Bei uns Menschen zum Beispiel sorgt die starke Magenmuskulatur dafür, dass die Nahrung hin und her geschleudert und auf diese Weise zerkleinert wird. Bei Kaninchen geht das nicht.

 

Der Kaninchenmagen dient dazu, dass die Nahrung u.a. mit Pepsin in Berührung kommt. Pepsin ist ein Enzym welches für die Vorverdauung der Proteine zuständig ist. Im Magen werden Proteine durch Pepsin in sog. Peptone gespalten. Hier ist noch alles mit dem Menschen gleich. Jetzt kommt aber der Unterschied.

Kaninchen müssen ihre Verdauung immer aufrecht erhalten. Das bedeutet, der Magen muss immer etwas zu tun haben und gefüllt sein. Das kann zum einen über die Nahrung erfolgen oder aber über die Ablagerung von Blinddarmkot im Magen. Deshalb siehst Du ein Kaninchen sehr oft an etwas knabbern bzw. etwas essen. Ein Kaninchen muss ca. 30mal am Tag essen, um die Aktivität in seinem Verdauungsapparat aufrecht zu erhalten.

Damit die Verdauung immer aktiv gehalten werden kann, sollte ein Kaninchen rund um die Uhr die Möglichkeit haben Nahrung zu sich nehmen zu können. Nur so kann es selber entscheiden, ob es gerade etwas essen muss oder nicht.

 

Kaninchen sind Frischköstler

Wenn wir die richtige Fütterung für ein Kaninchen herausfinden wollen, dann müssen wir immer schauen, wie seine Verwandten die Hasen in freier Natur leben. In freier Natur ernähren sich Hasen von Frischkost. Dazu gehören vor allem grüne Pflanzen wie z.B. Wiesen, Gras und auch Kräuter. 

Auch wenn es oft so angepriesen wird, so enthalten Fertigprodukte nicht einmal ansatzweise die Nährstoffe die ein Hase in freier Natur durch die Nahrung aufnimmt. 

Wie für uns Menschen auch ist Fertignahrung in den wenigsten Fällen gesund und kommt nicht an gesunde, frische Nahrung heran. Einem Tier Fertignahrung zu geben ist zwar einfach, aber nicht gesund.

Möchtest Du Dein Kaninchen richtig füttern, dann achte darauf, dass der Hauptbestandteil des Futters aus frischen Gräsern, Kräutern und Blättern besteht. Oft haben Menschen Angst ihren Kaninchen Kräuter zu geben. Aber Du brauchst keine Angst zu haben. 

Der Verdauungstrakt eines Kaninchens ist dazu ausgelegt Kräuter zu verwerten. Verfüttere also ruhig Kräuter, wie zum Beispiel Basilikum, Dill, Petersilie oder Thymian.

 

Richtige Fütterung für gesunde Zähne

Auch bei den Zähnen finden wir wieder einen großen Unterschied gegenüber uns Menschen und den meisten Tieren. Denn bei Kaninchen hört der Zahnwachstum nie auf, stattdessen wachsen die Zähne ihr lebenlang weiter. 

Das kann zu Problemen führen, wenn Kaninchen nicht das richtige Futter bekommen. Entzündungen, Abmagerung und Durchfall können ein Zeichen dafür sein. 

Von der Logik her mag man nun denken, dass besonders harte Nahrungsmittel am besten für den Abrieb geeignet sind. Dies ist aber ein Trugschluss, denn der Zahnabrieb kommt nicht dadurch zustande, dass für kurze Zeit harte Gegenstände gegessen werden. Stattdessen findet der Zahnabrieb dadurch statt, dass die oberen Zähne mit den unteren Zähnen eine Mahlbewegung durchführen und das über einen längeren Zeitraum.

Deshalb ist es wichtig, dass dein Kaninchen Essen bekommt, welches nicht schnell satt macht und wovon es viel essen kann. Frischfutter wie Sellerie, Chicorée, Wiesen, Kräuter und Ähnliches sind hierfür besonders gut geeignet. 

Qualitativ hochwertiges Heu sollte sich zwar immer im Kaninchengehege befinden, sollte aber nie das Primärfutter sein. Kaninchen sind Wiesentiere und müssen sich auch dementsprechend ernähren, um gesund zu bleiben.

 

Deshalb ist 2mal Fütterung gefährlich 

Uns wird immer wieder gesagt, dass Zwischenmahlzeiten ungesund seien und größere Essenspausen zwischen einzelnen Mahlzeiten liegen sollten. Demnach denken viele auch hier, dass das auch auf Kaninchen zutrifft. Doch auch das ist ein Irrglaube.

Wie Du weißt, müssen Kaninchen ca. 30mal am Tag Nahrung zu sich nehmen, um ihre Verdauung aufrecht zu halten. Wenn Du jetzt Deinem Kaninchen nur zweimal am Tag fütterst, was passiert dann? Ganz genau, es wird sich so voll schlingen wie es nur geht weil es nicht weiß, wann es das nächste Mal wieder etwas zu essen gibt.

Das führt dazu, dass der ganze Verdauungsrhythmus Deines Kaninchens durcheinander kommt. Als Folge können Krankheiten wie zum Beispiel Durchfall oder andere Erkrankungen des Verdauungsapparates entstehen.

Besser ist es, wenn Dein Kaninchen 24 Stunden um die Uhr Zugang zu Futter hat. So kann es immer essen, wenn es für das Kaninchen richtig ist und Du kannst so Erkrankungen vorbeugen.

 

Viel essen macht nicht dick (bei Kaninchen :o) )

Wir Menschen denken immer, wenn man den ganzen Tag isst, dann wird man auch dick. Natürlich denken wir dann, dass es bei unseren Haustieren genau so ist. In den meisten Fällen ist es auch so. Ich meine, es ist ja schon eine logischer Gedanke “Ich esse viel, verbrauche nicht viel Energie, also werde ich dick”.  

Bei unseren süßen Kaninchen sieht das aber anders aus. Wie Du weiter oben schon erfahren hast, essen Kaninchen ca. 30mal pro Tag, da sie einen anderen Verdauungstrakt haben. Kaninchen müssen oft etwas essen, damit das Essen im Magen auch in den Darm transportiert wird und der Verdauungstrakt aktiv bleibt. 

Deshalb ist es wichtig, dass Kaninchen immer Essen in ihrem Gehege haben, am besten immer Frischfutter wie Salate, Kohlrabiblätter, Chicoree etc. 

Qualitativ hochwertiges Heu sollte sich rund um die Uhr im Gehege befinden. So können die kleinen Nager bei Bedarf immer darauf zurückgreifen. Heu hat nur wenig Kalorien und viele Rohfasern. Genau diese Rohfasern sind für eine optimale Verdauung bei einem Kaninchen wichtig. Möchtest Du Dein Kaninchen richtig füttern achte darauf, dass dein Kaninchen immer genug Heu im Gehege hat.

Dennoch sollte nicht die ganze Futtermenge nur aus Heu bestehen. Heu sollte zwar immer vorhanden sein, dennoch sollte die Hauptnahrungsquelle aus Frischkost bestehen.

 

Warum Trockenfutter krank macht

Oft wird uns gesagt, die grünen Pellets im Fertigfutter seien nichts anderes als getrocknete Kräuter oder Wiesen. Dem ist aber in den meisten Fällen nicht so. Pellets bestehen aus unterschiedlichen Mehlen, Zucker, tierische Nebenerzeugnisse, Konserverierungsstoffen, Industrieabfällen o.Ä. Da Kaninchen Vegetarier sind, können sie jegliche Art von tierischem Eiweiß nur schwer verdauen. Auch Zucker ist für die kleinen Nager schwer verdaubar und sorgt nur für Speck auf den Hüften.

Eines der Probleme an Trockenfutter liegt schon im Namen Trocken-futter. Kaninchen und Hasen nehmen normalerweise das meiste ihres Flüssigkeitsbedarfs über ihre Nahrung auf. Da sie in freier Natur von Gräsern, Wiesen, Beeren und Kräutern umgeben sind, ist das für sie dort auch gar kein Problem.

Problematisch wird es erst dann wenn sie in einen Haushalt kommen, der nur auf Trockenfutter schwört. Hier bekommen die kleinen Nager nicht nur weniger Vitamine und Nährstoffe, sondern auch viel zu wenig Wasser. Als Folge können hier Infektionen der Harnwege entstehen.

 

Das nächste Problem bei Trockenfutter ist, das Trockenfutter in Kontakt mit Wasser anfängt aufzublähen, es vergrößert sich also das Volumen. Wenn Dein Kaninchen die Pellets also isst, kann es von vornherein nicht abschätzen wie viel es isst, da sich das Trockenfutter im Magen noch aufbläht. 

Jetzt haben wir die Gefahr einer Magenüberladung. Hierbei wird der Magen mehr gefüllt, als eigentlich Platz ist. Im Gegensatz zu uns Menschen kann sich ein Kaninchenmagen nicht viel weiter ausdehnen, es kann also zu Rissen in der Magenwand kommen.

Möchtest Du Deinem Nager etwas Gutes tun und vor allem richtig füttern, dann solltest Du keine Pellets verfüttern. Stattdessen sollte das Frischfutter überwiegen. Trockenfutter, wie zum Beispiel getrocknete Früchte, Kräuter o.Ä.  dürfen gerne verfüttert werden, sollten aber immer nur als Beilage dienen, nie als primäre Futterquelle.

 

Leckerlis = Falsche Fütterung

Kommen wir noch kurz zu der falschen Fütterung. Zu einer falschen Fütterung gehören alle Arten von Leckerlis, welche man im Zoofachgeschäft kaufen kann. Dazu gehören Knabberstanden, Pellets aber auch Joghurtdrops etc.

Diese machen nichts anderes als dick, mehr nicht. Ich weiß, wir Menschen wollen den Personen oder Tieren die uns lieb sind gerne eine Freude machen. Oft versuchen wir das mit Süßem zu machen. 

Wenn Du Deinem Kaninchen aber wirklich etwas Gutes tun möchtest, kann kaufe ihm getrocknete Apfelringe oder getrocknete Kräuter. Diese kannst Du problemlos als Leckerli verfüttern.

Denk aber auch hier daran, dass wir von Leckerlis und nicht von einer richtigen Mahlzeit reden. Der Hauptbestandteil sollte immer aus frischen Kräutern und Salaten bestehen :o)

 

Futterumstellung nur langsam

Auch bei der Futterumstellung gilt es einiges zu beachten. Wenn Du mit dem Gedanken spielst das Futter umzustellen um Dein Kaninchen jetzt richtig zu füttern, solltest Du das nicht von jetzt auf gleich machen. Auch wenn wir Dir sagen, dass reines Trockenfutter für ein Kaninchen nicht gesund ist, so solltest Du dennoch nicht sofort darauf verzichten. 

Werden Futterumstellungen zu schnell durchgeführt, kann es bei einem Kaninchen zu Verdauungsbeschwerden kommen. Dazu gehören: Blähungen, Durchfall o.Ä.

Die Devise ist deshalb, dass eine Futterumstellung nur langsam durchgeführt wird. Hierbei gibt es keine Richtwerte, sondern man muss es vom einzelnen Nager abhängig machen. Gib jeden Tag etwas Frischfutter zum normalen Futter dazu. Wenn Dein Kaninchen es verträgt ist das schon einmal ein gutes Zeichen. Diese Menge kannst Du für 3-5 Tage so belassen. 

Danach kannst Du versuchen, die Frischfuttermenge wie Salate, Blätter etc. ein bisschen zu erhöhen. Auch hier solltest Du immer sehr aufmerksam bleiben und schauen, wie es Deinem Kaninchen geht. Wenn es plötzlich aufhört zu fressen oder Durchfall bekommt, solltest Du mit der erhöhten Menge wieder heruntergehen.

Das Ganze machst Du so lange, bis Du Dein Kaninchen an das Frischfutter gewöhnt hast und es keine körperlichen Beschwerden mehr davon bekommt.

 

Gutes Wasser ist wichtig

Neben dem Essen ist natürlich auch die Trinkwasserversorgung sehr wichtig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Du Wasser in das Gehege bereitstellen kannst.

Sehr häufig werden kleine Nagetränken benutzt. Diese sehen aus wie kleine Wasserflaschen und haben unten eine kleine Öffnung, durch die die Nager Wasser zu sich nehmen können. Allerdings sind diese Flaschen nicht optimal für Kaninchen geeignet, da sie hier eine unphysiologische Kopfhaltung während des Trinkens einnehmen müssen, die nicht ganz optimal für den Körper ist.

Besser sind Wasserschalen aus Keramik zum Beispiel. Diese kannst Du einfach in den Kaninchenstall stellen und Dein Kaninchen kann von der Körperhaltung her optimal trinken. Damit das Wasser nicht schnell dreckig wird, solltest Du die Wasserschale etwas erhöht stellen. So bleibt das Wasser länger sauber und es reicht, wenn Du es einmal am Tag auswechselst.

Wichtig ist, dass Du das Wasser jeden Tag wechselst. Wenn Du Deinem Kaninchen Leitungswasser geben möchtest, solltest Du das nur machen, wenn Dein Leitungswasser nicht gechlort ist. Auch bei hohen Nitratwerten solltest Du lieber auf stilles Wasser aus der Flasche zurückgreifen. 

 

 

 

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